Kulturbetriebe

dreamstime_xs_20565618Unter Kulturbetrieb versteht man einerseits alles, was sich mit der Produktion von Kultur befasst und andererseits die einzelnen Organisationen und Institutionen, die Kultur schaffen. Theater, Filmverleihe, Verlage und Museen sind nur einige Beispiele für Kulturbetriebe. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen öffentlichen Kulturbetrieben, privatrechtlich-gemeinnützigen Kulturbetrieben und privatrechtlich-kommerziellen Kulturbetrieben. Während Erstere aus öffentlicher Hand finanziert werden, hängen die beiden Letzteren von privaten Geldern ab. Zu den privatrechtlich-gemeinnützigen Kulturbetrieben zählen Non-Profit-Organisationen, die keinen wirtschaftlichen Gewinn anstreben. Privatrechtlich-kommerzielle Kulturbetriebe wie etwa Filmverleihe sind gewinnorientiert. Öffentliche und privatrechtliche-gemeinnützige Kulturbetriebe haben im Gegensatz zu privatrechtlich-kommerziellen Kulturbetrieben Anspruch auf Kunstförderungen.

Im Kulturbetrieb findet man Kultur als Bildung, als Kunst, als Verhalten sowie als menschliches Vermögen und dessen Dokumentation. Diese Bereiche werden als die vier Dimensionen, in denen Kultur im Kulturbetrieb vorkommt, bezeichnet.

 

Öffentliche Kulturbetriebe

Öffentliche Kulturbetriebe unterscheiden sich von privaten Kulturbetrieben in erster Linie darin, dass sie ein vom Staat vorgegebenes Bildungsziel verfolgen, während private Kulturbetriebe individuelle Ziele verwirklichen möchten oder aber Gewinn anstreben.
Beispiele für öffentliche Kulturbetriebe sind öffentliche Bildungseinrichtungen, öffentliche Museen und Staatstheater.
dreamstime_xs_14541108Im Bereich der privaten Kulturbetriebe unterscheidet man zwischen privatrechtlich-kommerziellen sowie privatrechtlich-gemeinnützigen Kulturbetrieben. Privatrechtlich-gemeinnützige Kulturbetriebe zählen ebenso wie öffentliche Kulturbetriebe zu den Non-Profit-Organisationen, die keinen Gewinn anstreben, sondern ein vorgegebenes kulturelles Ziel wie etwa die Veröffentlichung von Literatur oder die Ausstellung von Kunstwerken verfolgen. Zu diesen Betrieben zählen zum Beispiel Vereine, Stiftungen und Genossenschaften.
Ein privatrechtlich-kommerzieller Kulturbetrieb hat als oberstes Ziel die Erwirtschaftung von Gewinn. Kulturelles Schaffen dient hier polemisch ausgedrückt lediglich als Mittel zum Zweck und ist exakt an die Wünsche und Vorstellungen des Zielpublikums angepasst. Als Beispiel kann man hier private Fernsehsender mit ihren zahlreichen, für ein bestimmtes Publikum unterhaltsamen Sendungen, die jedoch häufig als niveaulos und bildungsfern kritisiert werden, nennen. Im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat das Privatfernsehen keinen Bildungsauftrag.

 

Die Zunahme privater Kulturbetriebe

dreamstime_xs_17513209In letzter Zeit wird eine ständige Zunahme des privaten Sektors beobachtet. Hierzu gibt es bereits Studien, die unter anderem das veränderte Freizeitverhalten des typischen Kulturkonsumenten als Grund hierfür anführen. Da privatrechtlich-kommerzielle Kulturbetriebe viel eher Unterhaltung als kulturelle Weiterbildung anbieten, entsprechen sie mit ihrem Angebot dem Zeitgeist der Spaßgesellschaft, die vielmehr seichte Unterhaltung als ernsthafte Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen sucht.
Darüber hinaus tragen auch staatlich verordnete Sparmaßnahmen zu einer Schrumpfung des öffentlichen Kulturbetriebes bei. Zeitgleich lässt sich beobachten, dass immer mehr private Wirtschaftsunternehmen in typische Domänen des öffentlichen Kulturbetriebes vordringen, und das scheinbar ohne direktes Streben nach Gewinn. Somit verschwimmen die Grenzen zwischen öffentlichen, privatrechtlich-gemeinnützigen und privatrechtlich-kommerziellen Kulturbetrieben zusehends.

 

Überblick Kulturwirtschaft:

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