Kulturmärkte

dreamstime_xs_21206552Die Kulturwirtschaft setzt sich auch mehreren Kulturmärkten wie dem Literaturmarkt, dem Kunstmarkt, dem Musikmarkt, dem Rundfunkmarkt, dem Filmmarkt, dem Designmarkt, dem Architekturmarkt, dem Pressemarkt, dem Software- und Gamesmarkt, dem Markt für darstellende Künste und dem Werbemarkt zusammen. Die Märkte sind an sich und in sich heterogen – nehmen wir den Literaturmarkt als Beispiel, der zum einen Trivialliteratur sowie klassische Werke z.B. der Philosophie in sich vereint. So sind die Produkte, wie auch die Zielgruppen unterschiedlich und bilden Teilmärkte.

 

Beispiel 1: Literaturmarkt

Der Literaturbetrieb setzt sich aus Autoren, Übersetzern, Verlegern, Gesellschaften und Medien zusammen. Auf Buchmessen wie der Frankfurter Buchmesse werden literarische Werke vorgestellt und Preise verliehen. Somit können diese Veranstaltungen ebenso wie der Feuilleton einzelner Zeitungen und Fernsehsendungen wie Lesen! als stark meinungsbildend auf dem Sektor der Literatur gelten.

dreamstime_xs_10457648Ebenso wie andere Kulturmärkte sieht sich auch der Literaturmarkt in Deutschland zurzeit neuen Herausforderungen gegenüber. Vor allem die Einführung des E-Books hat für Aufruhr gesorgt. Während Literaturpuristen ihm überaus skeptisch gegenüberstehen, wird es von anderen als willkommener Vorstoß in eine neue Dimension des Lesens gesehen.
Was die Qualität der veröffentlichten Werke betrifft, geht der Trend, ganz so wie im Kulturbetrieb allgemein, weg von der Hochkultur und hin zur Populärkultur. Auch angesehene und für ihr hochwertiges Programm bekannte Verlagshäuser neigen zunehmend zur Veröffentlichung seichter Belletristik, die dem momentanen Mainstream entspricht und sich vor allem gut verkauft. Somit wird auch in diesem Kultursektor der Unterhaltung bei Weitem eher Genüge getan als der Bildung.

 

Beispiel 2: Kunstmarkt

dreamstime_xs_10002093Der Kunstmarkt wird von zahlreichen Akteuren bestimmt. Der Künstler agiert als Erschaffer des kulturellen Produktes. Dieses wird vom Kunstagenten an Galerien, Museen und Sammler vermittelt. Die Rezensionen von Kunstkritikern dienen Sammlern als Orientierungshilfe für Investitionen in Kunstwerke, ebenso wie die Empfehlungen von Kunstberatern. Der Galerist ist einerseits Anlaufstelle für Kunstsammler und andererseits Förderer aufstrebender Künstler. Der Kunstsammler fördert durch seine Sammlertätigkeit bestimmte Künstler und setzt Trends auf dem Markt. Auktionshäuser dienen als Umschlagplatz teurer und gesuchter Kunstwerke. Stiftungen, Ausstellungen und Museen gewähren der Öffentlichkeit einen Zugang zu wertvollen Kunstwerken.
Der Wert eines Kunstwerkes oder eines Künstlers wird vom Markt bestimmt. Damien Hirst, Gerhard Richter, Francis Bacon und Jean-Michel Basquiat zählen zu den wertvollsten Künstlern der letzten Jahre. So wurde etwa Basquiats Werk Untitled (Boxer) 2008 für rund 13,5 Millionen US-Dollar verkauft. Damien Hirst wurde nicht nur für seine Kunstwerke, sondern auch für die Erschließung unorthodoxer Vertriebswege bekannt. Er wandte sich direkt an finanzkräftige Kunden, um diesen seine Werke anzubieten.
Kunstwerke werden zunehmend als Geldanlage gesehen und aus reinen Investitionsgründen erworben. Da sich zahlreiche wichtige Kunstwerke in den Händen privater Sammler befinden und lediglich als Leihgabe an Museen gegeben werden, bestimmten zusehends private Kräfte, welche Kunstwerke in öffentlichen Museen zu sehen sind.

 

Überblick Kulturwirtschaft:

Kulturgüter und -dienstleistungen

Kulturbetriebe als Anbieter

Kulturnachfrage

Kulturpolitik

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